Trotz kurzer Heimfahrt, erstem Unistress, vielen sozialen Verpflichtungen (oh, Geburtstagsparty? Ist ja erst die dritte diese Woche..) und Radiovorbereitungen haben Iga und ich eine kleine Tradition entwickelt. Jeden Samstag fahren wir nach Vinkhuizen (ein Stadtteil von Groningen, 10 min. entfernt) und gehen dort gemeinsam einkaufen. Das erspart uns einige Kosten, da wir dann gemeinsam kochen und natürlich auch große Pakete verwenden statt nur der kleinen Studentenpäckchen. Nebenbei ist es natürlich immer gut gemeinsam unterwegs zu sein.
Da wir beide gestern wieder aus Polen respektive Deutschland wieder gekommen sind beschlossen wir unserer Tradition ein bisschen untreu zu werden und an einem Freitag zu fahren. So schwungen wir uns also auf unsere Räder und fuhren zu Aldi.
Das war ein unglaublicher Fehler, da anscheind gesamt Vinkhuizen sich Freitag-Nachmittag bei Aldi trifft. Naja, aber wir waren nun einmal schon da und brauchten ja auch wirklich das ein oder andere. So flitzen wir also durch die Gänge, fuhren Slalom um die anderen Einkaufswagen und stellten uns schließlich an eine viel zu lange Schlange vor der Kasse.
Und da passierte es. Eine etwas ältere Dame (geschätzte 50+) sprach uns an ob wir eben ein Stück zur Seite gehen würde. Diese Frau hatte ein seeeehr betontes Niederländisch und dadurch sahen Iga und ich uns gezwungen uns anzugrinsen. Das hatte die Frau mitbekommen sah das als Einladung ein Gespräch anzufangen.
Aufhänger waren ihr hierzu die Artikel, die wir – inzwischen – auf das Kassenband legten. „Oh, ihr kauft Spinat, habt Ihr denn schon mal einen Salat davon gemacht?“ So erfuhren wir letztendlich eine Menge Küchentipps, einen Teil ihrer Lebensgeschichte und das alles in unter 10 Minuten. Wir konnten uns das ein oder andere Mal das Lachen nicht verkneifen, so wurde Iga gefragt, wo sie denn her komme, während ich anstandslos als Niederländerin deklariert wurde. Aber ansicht sind es solche kurzen Kontakte, die einen fröhlich machen. Die Frau war sehr nett und höflich, nicht aufdringlich und einfach sehr ehrlich.
Schade nur, dass sie uns keine genauen Rezepte gegeben hat: so wissen wir zwar was wir wo rein machen sollen, aber ob nun gekocht, gebraten oder roh, das ist noch die Frage.