Und fast ist es soweit: 3 Wochen Niederlande. Es ist irgendwie ein Gefühl zwischen nach Hause kommen und eine neue Welt entdecken. Ich sehe auf einmal viele Menschen, mit denen ich in meinem Austauschjahr viel Kontakt hatte öfters, kann selbst wieder mal in Ruhe ein Gespräch mit ihnen führen, aber auf der anderen Seiten bin ich zum ersten Mal „op kamers“, gehe zur Uni, habe keine Familie hier, die mit dem Essen auf mich wartet.
Meine Zimmer werden immer mehr Geertje und weniger kahl und es ist inzwischen auch nicht mehr schwer einzuschlafen, weil es zur vertrauten Umgebung wird.
Die Einführungswoche und eine Unterrichtswoche habe ich hinter mir. Da ich – wie ja bekannt sein dürfte – nicht zu der Party-Sauf-Fraktion gehöre ist es für mich im Moment ein bisschen schwer Anschluss zu finden. Aber natürlich gibt es ein paar nette Leute und so langsam finde ich meinen Weg, auch wenn ich immer mal wieder denke aber hey, I just try to be nice… . Mein größtes Handicap ist im Moment mein mündliches Englisch, ich mag dann zwar schnell im Lesen und gut im Zuhören sein, aber ich komm manchmal einfach nicht so aus den Worten, wie ich gerne hätte. Das wird sich hoffentlich innerhalb der nächsten Wochen bessern. Die besten Vorraussetzung habe ich ja in dem Studium. Der Unterricht findet klassikal statt, d.h. ich werde auf jeden Fall die nächsten 2 Jahre mit ungefähr denselben Leuten verbringen. Die ersten sind jetzt schon unter mysteriösen Umständen gestoppt. Die Fächer sind alle interessant, einige mehr (Culture, English) einige weniger (Media Skills, Psychologie) auf jeden Fall habe ich das Gefühl genau das richtige Studium ausgesucht zu haben.
Der Sprachenteil in meinem Kopf wird schneller im Umwandeln der Sprachen. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, ob ich gerade Deutsch, Niederländisch oder Englisch denke… im Moment schaltet sich das immer so schnell um, dass ich echt Angst bekomme. Heute wird es wohl überwiegend Englisch/Niederländisch sein, da dies das erste Mal ist, dass ich heute was bewusst in Deutsch tue. Wäre auf jeden Fall cool, wenn sich das Umschalten schneller und besser ergeben würde. Dann werde ich auch nicht mehr so schnell müde wie jetzt.
Es ist gerade Sonntag. Und wie ich in den letzten Wochen beobachten konnte sind Samstage und Sonntage hier im Haus am entspanntesten. Dieses Wochende war ich ganz allein auf meiner Etage. Das kam mir zwar erst etwas komisch vor, aber ist letztendlich super entspannt, weil Nr. 8 (Bewohner des Zimmer
nicht durch den Flur trampelt, keine Gespräche über den Gang statt finden, das Klo mal für ein paar Tage sauber ist und nicht nur für ein paar Stunden und kein Essensgeruch durchs Haus zieht. Auch praktisch, dass die Waschmaschine dann mal frei ist, was ich heute morgen gleich ausgenutzt habe. Krass wieviel Wäsche man so verbraucht.
Bisher habe ich den heutigen Tag mehr oder weniger engagiert damit verbracht Hausaufgaben zu machen. Die Leseteile sind super interessant, das einzige was nervt ist, dass vieles online gelesen werden muss (Readingskills-Übungen) und da werde ich sooooo müde von. Werde daher nun eben pausieren dann noch ne Runde arbeiten und dann gegen 5 Richtung Selma aufbrechen. Selma war auch 2004/05 Austauschschülerin in den Niederlanden und wir haben recht viel zusammen gemacht. Das machen wir nun inzwischen auch schon fast. Diese Woche war sie schonmal bei mir und haben wir zusammen gekocht, was sehr nett war. Montag wollen wir uns zusammen auf Jobsuche machen und wir verstehen uns trotz lange keinen Kontakt mehr gehabt zu haben sehr gut.